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October 1, 2008 @ 9:15 pm

Borreliose

Oder: Wie ein kurzer Geocaching-Trip zu einer Antibiotika-Theraphie gegen einen Gegner über den man viel (nicht) weiß führen kann. Der Ausflug war kurz und ging zum Allies II Cache, das war Sonntag vor inzwischen fast zweieinhalb Wochen. Drei Tage später, am Mittwoch, entdeckte ich eine kleine ca. 2 mm große Zecke an meinem Unterschenkel – irgendwo muss sich das Drecksvieh irgendwie an der Kleidung/Schuhe festgesetzt haben, um zwei/drei Tage später endlich zum Zug zu kommen. Natürlich kontrollieren wir unseren Körper nach intensiven Waldkontakt, so bleibt also nur die Kleidung/Schuhe als Versteck.  Die Zecke wurde schnell und professionell entfernt – also nicht mittels der üblichen Hausmutter Tipps ala mit Öl beträufeln oder ähnliches – und die klitzekleine Wunde wurde anschließend desinfiziert.  Anschließend täglich kontrolliert, der Einstich bildete sich relativ schnell zurück und es wurden keine der üblichen Anzeichen einer Infektion wie bspw. die Wanderröte (Erythema migrans)  bemerkt.  Laut Wikipedia.de werden die Erreger in einem Zeitfenster von 8-12 Stunden nach dem Einstich übertragen, offensichtlich kamen wir hier doch zu spät denn ganze zwei Wochen später zeigten sich die Symptome …

Der am Montag abend entdeckte rote Fleck (Wanderröte) war bereits handteller groß, davor fiel der Fleck trotz sporadischer Kontrollen noch nicht auf. In den zwei Tagen seit Montag wächst der Fleck mit einer beeindruckenden beängstigenden Geschwindigkeit (das Bild rechts zeigt den Fleck von heute morgen) und macht so seinem Namen alle Ehre. Zwei Tage.  Natürlich ging es Dienstag früh gleich auf dem Weg zum Arzt, die Diagnose war eindeutig und nun darf ich drei Wochen lang jeden Tag 200 mg Doxicyclin einnehmen. Im Gegensatz zu sonst wurde die Packungsbeilage bzgl. der Nebenwirkungen ignoriert, der Gegner ist deutlich mächtiger als mir lieb ist.

Was man in der Wikipedia über Borreliose so liest, ist gelinde gesagt erschreckend aber gibt auch Hoffnung: So wie es aussieht, befinde ich mich noch im 1. Stadium (Lokalinfektion) und wir haben es rechtzeitig entdeckt, allerdings muss jetzt nur noch die Antibiotikatherapie anschlagen.  Diese schlägt wohl aber nur an, wenn das Bakterium seine Teilungsphase hat und wann bzw. wie oft diese ist, ist anscheinend nicht wirklich bekannt und auch ist die Frage nicht geklärt, wieviel Antibiotika ausreichend ist.  Mit der verordneten Menge liege ich in der auch vom Robert-Koch Institut empfohlenen Menge. Wenn es nach mir ginge, würde ich jetzt jeden Tag anstatt zwei Liter Wasser lieber 2 Liter Doxicyclin pur trinken saufen, aber das soll wohl nicht gut für Nieren und Leber sein.  Soweit mein Erkenntnisstand nach kurzem Überfliegen des Wikipedia-Artikels.

Nun gut, über das 2. Stadium mache ich mir Gedanken – oder besser: probiere ich mir Gedanken zu machen, wenn es soweit sein sollte. Im Moment würde es mich schon massiv beruhigen, wenn der Fleck nicht mehr weiter wachsen würde. Wer mich persönlich kennt weiß das ich Unglück magisch anziehe und so bestätigt es sich mal wieder: Ein Biss und gleich ein Volltreffer. Super! Hat man zwar was zum Bloggen, aber es hätte andere Themen gegeben die mir deutlich mehr Spaß gemacht hätten.  


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Kategorie: Böse

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